Die DIN für Form- und Lagetoleranzen

Die DIN 1101 ist die maßgebliche Norm für Form- und Lagetoleranzen. Sie gibt an, wie diese zulässigen Abweichungen vom Grundmaß in die Zeichnung einzutragen sind. Ziel der DIN 1101 ist es, den Konstrukteuren eine genaue Angabe zur Prüfung der hergestellten Teile geben zu können. Mit eindeutigen Symbolen beschreibt diese Norm, wie die Toleranzen in Art und Maß beschaffen sind.


Gründe für Abweichungen in der Toleranz

Abweichende Toleranzen haben meistens einen Verschleiß bei den Werkzeugen zur Bearbeitung zur Folge. Diese unterliegen immer einem Verschleiß, auch wenn sich Werkstück und Werkzeug in Härte und Zähigkeit stark unterscheiden.

Relevanz der Form- und Lagetoleranzen

Die Toleranzen in Form und Lage sind neben der reinen Maßtoleranz die wichtigsten Angaben zur Fertigungsqualität eines Bauteils. Vor allem bei Komponenten eines komplexeren, zerlegbaren Systems kommt der strikten Einhaltung der gegebenen Toleranzen eine besondere Bedeutung zu. Abweichungen von der Toleranz setzen grundsätzlich die Funktionalität, Lebensdauer und Handhabbarkeit des fertigen Produkts herab. Die Schäden, welche von den Überschreitungen der Toleranzen ausgehen, können auch andere Bauteile betreffen.

Symbole für die Toleranzen in Form und Lage

Eine Angabe zur Toleranz in Form-und Lage beschreibt, wie sich die einzelnen Dimensionen eines Bauteils zueinander verhalten. Der Unterschied zur Maßtoleranz besteht darin, dass sich diese nur auf sich selbst bezieht.

Die Formtoleranzen betreffen nach DIN 1101

Die Geradheit: Zwei parallele Geraden mit dem Abstand t grenzen die Zone der Toleranz ein, wodurch ein gedachter Zylinder entsteht. Die Ist-Linie muss sich innerhalb dieses Zylinders befinden.

Die Rundheit: Zwei konzentrische Kreise vom Abstand T begrenzen die Zone der Toleranz. Der dadurch entstandene, gedachte Kreisring gibt an, in welchem Bereich sich die Umfangslinie des Werkstücks befinden muss.

Die Ebenheit: Zwei parallele Ebenen vom Abstand T erzeugen einen gedachten Wirkbereich. Alles, was sich innerhalb dieser beiden Ebenen befindet, gilt nach DIN 1101 als hinreichend tolerabel.

Die Zylindrizität: Zwei Koaxiale Zylinder bilden zusammen eine gedachte Hülse mit der Wandstärke T. Die Außenwand des realen, zylindrischen Werkstücks muss an jedem Punkt innerhalb der Innen- und Außenwand dieser gedachten Hülse liegen.

Die Lagetoleranzen betreffen nach DIN 1101

Die Parallelität: Die tolerierte Achse muss in einem gedachten Zylinder mit einer Dicke des Matels von T liegen. Dieser Mantel liegt parallel zur Bezugsachse A.
Die Neigung: Zwei parallele Ebenen mit dem Abstand T und dem Winkel Y° bilden die Toleranzzone um eine geneigte Fläche. Die real hergestellte Fläche oder Kante muss innerhalb dieser Toleranzzone liegen.

Die Rechtwinkligkeit: Ein gedachter, senkrecht auf der Bezugsfläche stehender Zylinder mit dem Durchmesser T bildet den Toleranzbereich für die Rechtwinkligkeit. Das reale Maß muss sich innerhalb dieses Zylinders befinden.

Die Koaxialität: Die Koaxialität tritt ein, wenn zwei symmetrische Rotationskörper auf der gleichen Achse liegen. Der Toleranzbereich wird durch einen gedachten Zylinder mit dem Durchmesser T gebildet, der ebenfalls auf der Bezugsachse liegt. Die vorhandene IST-Achse des hergestellten Elements muss sich innerhalb der Toleranzzone des gedachten Zylinders liegen.

Die hier beschriebenen Hauptelemente der Form- und Lagetoleranzen werden in der DIN 1101 noch weiter ausgeführt. Weitere Toleranzbereiche sind „Profil“, „Rundlauf“ und „Ort“. Die Messverfahren zur Überprüfung der Toleranzen sind im Wesentlichen sehr ähnlich zu den beschriebenen Vorgehensweisen.


Daniel Wilhelm

Daniel Wilhelm

CEO

Ihr 3D-Messtechnik Spezialist für taktile Messtechnik.

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